Spieler erzeugte Wirtschaftskreisläufe
Dieses Kapitel beschreibt »Spieler erzeugte Wirtschaftskreisläufe« in {{Antares Open World}}: das Antares Monetary/Economic System mit 18 Subsystemen stellt zwei gegensätzliche Wirtschaftsmodelle gegenüber — das »Wachstumszwangsystem« mit Zins, Umverteilung und exponentiellem Wachstumsdruck gegen das »Geldumlaufsicherungssystem« (GUSS) mit Umlaufsicherungsgebühr, kooperativer Ökonomie und ressourcenbasierter Selbstregulierung.
Spieler erzeugte Wirtschaftskreisläufe
Eine einfache kurze Überschrift formuliert die Kernkompetenz. Die monetär ausgerichteten Wirtschaftskreisläufe zeigen im nun folgenden Abschnitt die pragmatische Konsequenz unserer Kernkompetenz »Konsequentialismus« auf. Ich betone nochmals, alles, wirklich alles wird in {{Antarien}} durch Regelkreisläufe »Schmetterlingseffekt« an anderer Stelle Auswirkungen im System haben. Der Spieler soll die Konsequenz seines Tun und Handelns spielerisch erleben können. Dies, genauer betrachtet, ist jedoch derart komplex, dass wir in späterem Manuskript gleich drei ganze Kapitel mit »Politik«, »Wirtschaft« und »Handel« damit füllen werden. Steigen wir aber formal und einfach in das Thema ein. Um was geht es?
Spieler sollen in Selbstverantwortung, also selbstregulierend und ressourcenbasiert, eigene Wirtschaftskreisläufe auf Basis einer sozialkompetenten Ökonomie aufbauen können. Ihnen soll ein Weg aufgezeigt werden, welcher nicht das Konkurrenzdenken schulen soll, sondern die sozialökonomische Kooperation.
Dieses Spiel will über eine internationale, global ausgerichtete Simulation beweisen, dass »Geld«, also das »Geldwertesystem«, so wie wir es realbegründet kennen, ausgedient hat. Wir werden daher 2+1 System(e) in {{Antares Open World}} etablieren: ein System, welches alle bekannten Dogmen über das monetäre Geld-, Zins- und Zinseszins-System zu propagieren versucht, als »Schattenmächte«, und jenes System, welches über eine neue ressourcenbasierte Ordnung versucht, sich in die Wirtschafts- und sozialen Kreisläufe, also eine neue moderne Form der »Kooperation«, einzubetten.
Kurz geschrieben, lassen wir »Konkurrenzdenken« gegen »Kooperationsdenken« gegeneinander antreten.
Um hier nun ein Verständnis für das bestehende Wirtschaftssystem zu bekommen, welches in unserer realbegründeten Welt etabliert ist, muss ich etwas ausholen. Nur so lässt sich später die Idee, welche hinter meiner hier zu formulierenden Kernkompetenz steckt, verstehen. Ein großes Umdenken wird gefordert werden. Fangen wir demnach mit System 1, ich nenne es »Wachstumszwangsystem«, an. Die »Etablierer« dieses Systems wussten genau um seine Mechanismen und Auswirkungen, sowie derer Konsequenz für die Anwender.
Antares Monetary/Economic System
39/ME — Monetary Environment Control Unit
39/GCOOPC — Generic Cooperation Control Subsystem
39/GCPTC — Generic Competition Control Subsystem
39/MCC — Monetary Circulation Control Subsystem
39/MAC — Monetary Assets Control Subsystem
39/MPC — Monetary Policy Framework Subsystem
39/MAUTF — Monetary Authorities Framework Subsystem
39/MIF — Monetary Influence Framework Subsystem
39/MGC — Monetary Growth Control Subsystem
39/MADJF — Monetary Adjustment Framework Subsystem
39/MBC — Monetary Base Control Subsystem
39/MDC — Monetary Deflation Control Subsystem
39/MAREAF — Monetary Area Framework Subsystem
39/MCF — Monetary Convention Framework Subsystem
39/MIC — Monetary Inflation Control Subsystem
39/MLF — Monetary Law Framework Subsystem
39/MRF — Monetary Reform Framework Subsystem
39/MSF — Monetary Stability Framework Subsystem
Abbildung 39.1: Core Engine Modul — Antares Monetary/Economic System: Geld & Wirtschaftsökonomie — Umlauf & Zwang
39.1 — Wachstumszwangsystem
Unser »Geld«, wie es dogmatisiert wird, kennen wir, und es spielt dabei die treibende Kraft. Jeder will es haben, jeder will es am liebsten horten, besser noch anlegen und sich irgendwann damit zur Ruhe setzen und durch die »erwirtschafteten« Zinsen und Zinseszinsen leben wollen. Ein folgenreicher und fataler Denkfehler. Warum? Dabei müsste doch eigentlich jeder wissen, dass Geld an sich unmöglich arbeiten kann. Dann stellt sich die Frage, wer arbeitet denn für meine Zinsen, wenn es ein Ziel ist, mich später darauf auszuruhen und darauf zu bauen?
Aber geben wir der Sache so eine Chance und urteilen nicht zu voreilig! Ich lege also mein Geld (Vermögen) bei einer Bank an, schließlich will ich Zinsen wiederhaben. Was muss unser Banksystem jetzt machen, damit es diese auch wieder an dich zurückzahlen kann? Genau, es muss dein Geld an andere Personen, Unternehmen oder den Staat in Form von Krediten verleihen. Dieses muss aber mit höheren Zinsen entliehen werden, schließlich arbeiten wir alle in unserer Gesellschaft »gewinnorientiert«. Ein zweiter folgenschwerer Fehler, mit dem Denkansatz, gewinnorientiert (Geld) seine Ziele zu stecken. Aber ihr werdet sehen und mir hoffentlich weiter folgen können.
Alle in diesem System aufzubringenden Guthabenzinsen müssen aber von »Privatpersonen« letzten Endes entrichtet werden. Diese Konsequenz sorgt nun dafür, dass alle anderen Beteiligten diese Zinsen auf ihre Preise schlagen müssen. Der Staat finanziert sich aus Steuern, das Unternehmen aus seinen Preisen inklusive der Zinsen an den Endverbraucher. Wenn also jemand etwas kauft, dann sollte er wissen, dass dieser Zins in allen Produktionsketten bereits enthalten ist.
Dieser Zinsanteil liegt in Hochrechnungen bei etwa 30% in allen Endpreisen, damit zahlen wir alle diese Zinsen in einen großen gemeinschaftlichen Pool ein. Da jedoch aufgrund der Vermögensverteilungen jeder anders aus diesem Pool bedient wird, erhalten etwa 2/3 der Menschen nur 10% aus diesem gesamten Pool. Die restlichen 90% der Zinsen aus diesem Pool wandern somit logischerweise an die, die das Großkapital halten. Ich denke sogar, dass dieses eigentlich jedem bewusst sein dürfte, aber ich möchte auf etwas ganz anderes am Ende hinaus.
Umverteilung und BIP
Fassen wir zusammen und resümieren. Wir verteilen mit dem Zins, durch so etablierte Mechanismen, von »Fleißig« arbeitend auf kapitalbesitzend »Reich«! Auch diese Erkenntnis sollte jedem Bürger im antarianischen System I klar sein.
Damit dieser »Umverteilungseffekt« nun richtig sein Potential ausspielen kann, muss mit großen Guthaben auf der anderen Seite auch die Verschuldung anwachsen. Der Effekt tritt in Synergien mit dem Bruttoinlandsprodukt »BIP« auf. Einfach ausgedrückt, alles was wir in einem Land zusammen erwirtschaften, wird als »BIP« betrachtet. Es ist quasi unser aller gemeinsames Abbild unserer Arbeiten. Aus diesem Pool gehen als Erstes die Zinsen an die Vermögensbesitzer, der Rest wird auf die arbeitende Bevölkerung und die sozialen Strukturen verteilt.
Da, wie oben bereits erklärt, die Guthaben immer weiter anwachsen, erhalten die Vermögenden einen immer größeren Teil in Form von Zinsen. Wenn wir nun den Rest des Pools auf die arbeitende Bevölkerung gerecht aufteilen wollen — sie sollen ja nicht weniger bekommen —, muss das »BIP« natürlich immer größer werden. Aus der Konsequenz lässt sich nur ein sinnhafter logischer Schluss ableiten. Unsere Wirtschaft unterliegt also einem gewaltigen »Wachstumszwang«. Vor allem die Besitzer großer Guthaben legen natürlich ihre Zinsen wieder an. Durch den Zinseffekt wachsen jetzt auch exponentiell Guthaben und Zins weiter an. Aber bleiben wir unserer Kernkompetenz Konsequentialismus ab S.95 & ff treu. Aus dessen Konsequenz muss unsere Wirtschaft diesem exponentiellen Wachstum logischerweise standhalten und mitwachsen. Nur so ließe und würde sich dieses System bedienen lassen.
Konsequenzen des Wachstumszwangs
Konsequenz 1: Die Wirtschaft muss entweder immer schneller wachsen, oder die arbeitende Bevölkerung wird verarmen, denn die wenigen Wohlhabenden werden ja immer noch aus dem Pool bedient. Es entstehen soziale Unruhen.
Konsequenz 2: Das System muss irgendwann zusammenbrechen. Es ist ein kausaler Schluss, keine Fiktion, keine Theorie. Die Erschaffer des Systems wissen dies, und es ist gewollt.
Konsequenz 3: Eine »Währungsreform« muss her. Dies bedeutet, es würden alle Guthaben und Schulden auf Null zurückgesetzt werden. Dies hatten wir schon. Da jedoch wenige aus dieser Situation noch mehr Geld generieren können, ist dies für die arbeitende Bevölkerung ein Super-GAU.
Gedankenexperiment: Zinsen abschaffen
Idee: Schaffen wir doch einfach die Zinsen ab? Geld und Waren stehen in einem Verhältnis (korrelieren) zueinander. Wenn nun keine Zinsen entstehen, was würde passieren?
Konsequenz 1: Jedes Geld würde, statt angelegt, nur kurzfristig verfügbar gehalten werden, sprich auf einem Girokonto oder in einem eigenen Tresor gelagert, also »gespart« werden.
Konsequenz 2: Es wird systematisch Geld aus dem Umlauf gezogen, und die Anbieter müssen ihre Preise senken, da jetzt nur noch weniger Geld zum Tauschen zur Verfügung steht. Man nennt dies auch »Deflation«.
Jetzt freut sich der Spieler (Endverbraucher) und denkt sich, noch mehr Geld in den Tresor zu legen. Seine Idee: weiter fallende Preise. Nach einer gewissen Zeit kommt nun aber die Wirtschaft zum Erliegen, da kein Produzent mehr Ressourcen für die Produktion einkaufen kann. Dies resultiert natürlich daraus, dass die Kosten, die für die Produktionsmaterialien aufgebracht werden, beim Verkauf der Erzeugnisse nicht mehr erzielt werden können. Die Produkte sind einfach zu billig, um daraus eine Produktionskette bedienen zu können.
Konsequenz 1: Wir steuern geradewegs in eine Wirtschaftskrise. Um hier das Übel abzuwenden, wird nun die Notenbank viel Geld in den Umlauf pumpen. Die Notenbank versucht zu intervenieren. Die Preise steigen wieder. Jetzt beginnt die Teufelsspirale erst richtig Synergie zu entfachen.
Konsequenz 2: Weil die Preise steigen, denkt sich der Endverbraucher, jetzt aber noch schnell von dem vielen Geld, welches ich im Tresor gehortet habe, etwas einkaufen. Damit steigen die Preise noch schneller.
Konsequenz 3: Das Geld erleidet einen »Vertrauensverlust«. Jetzt gibt der Verbraucher alles Geld aus, was er noch hat, und zwar kauft er nun Waren, von denen er denkt, dass diese eine Wertbeständigkeit aufweisen. Gold, im Allgemeinen Metalle, oder Bundesschatzbriefe etc. Die Unausweichlichkeit des Systems trifft nun alle ohne Besitz in voller Härte.
Konsequenz 4: »Inflation«
Wie wir sehen, liegt die Lösung auch nicht im Wegrationalisieren des Zinses und seiner Mechanismen. Wie wir erkennen können, ist der Zins ein sehr wichtiges Regulationssystem, um Geld im Umlauf zu halten. Daher versuchen die Großen der Großen auch ständig, durch das Schrauben am Leitzins hier die Wirtschaft zu ihren Gunsten zu manipulieren.
Rückführung zum Konzept
Kommen wir zurück zum {{Antares Open World}}-Konzept. AOW wird genau dieses realbegründete und alte System mit allen seinen Einflussgrößen in die Spielewelt von {{Antarien}} etablieren. Schattenmächte in {{Antarien}} werden versuchen, dieses Wirtschaftssystem zu ihren Gunsten auszubeuten. Jeder Spieler kann sich frei im Spiel entscheiden, welchen Wirtschaftskreisläufen und Systemen er folgen möchte. Die Erkenntnis wird dem Spieler im Zusammenspiel mit diesem »Wachstumszwangsystem« den Weg zum »Konkurrenzdenken« schulen. Er wird gegen die Spieler des zweiten Systems antreten, welche, wie bereits oben erwähnt, dem »Kooperationsgedanken« folgen wollen.
Siehe auch
- DSGN_044_MARKET_DYNAMICS_SUPPLY_DEMAND.md — Marktdynamik & Angebot/Nachfrage
- DSGN_034_CONSEQUENTIALISM.md — Konsequentialismus
- DSGN_022_CONTROL_LOOPS_FEEDBACK_SYSTEMS.md — Regelkreisläufe & Agenten
Module: Ase Docs 00.16.32 [feat]
Author: Jan Ohlmann (antarien.com@gmail.com)
Co-Author: Claude Code (Anthropic)
Created: 2026-02-20
Updated: 2026-02-22
Status: Kuratierte Version — Spieler erzeugte Wirtschaftskreisläufe (PortalViewer DSL)